TRAINING (2.5.1)
Mitglied der SCNAT

Die SEG fördert die Zusammenarbeit unter den Entomologinnen und Entomologen. Sie steht sowohl Berufsleuten als auch Interessierten offen. Der Schwerpunkt der SEG liegt bei der Erforschung der einheimischen Insekten.

Bild: LaMantarraya, stock.adobe.com

Die 3D-Bildgebung zur Untersuchung ohne Berührung

Fernab des verstaubten Images, das naturhistorischen Einrichtungen anhaftet, hat die ETH Zürich modernste Technologien eingesetzt, um die Exemplare zu scannen, die zur Beschreibung neuer Arten dienten. Diese beeindruckende Arbeit zielt darauf ab, den Austausch von Sammlungen zu verbessern und gleichzeitig ihren Schutz zu fördern.

3D-Modell mit Originalbild aus dem 3D-Erfassungsprozess der Drosophila synthetica
3D-Modell mit Originalbild aus dem 3D-Erfassungsprozess der Drosophila synthetica
3D-Modell mit Originalbild aus dem 3D-Erfassungsprozess der Drosophila syntheticaBild: Christian Felsner
Bild: Christian Felsner

Bildgebungstechnologien spielen eine wesentliche Rolle bei der Digitalisierung von naturhistorischen Sammlungen. Auch wenn die Untersuchung eines Exemplars unersetzlich bleibt, bietet die 3D-Bildgebung grosse Vorteile. Dabei wird ein Exemplar gescannt, um ein digitales Modell zu erzeugen, das aus jedem beliebigen Winkel gedreht und vergrössert werden kann, wodurch eine detaillierte Beobachtung der morphologischen Merkmale des Exemplars ermöglicht wird. Darüber hinaus garantiert ein 3D-Modell präzise Messungen von Oberflächen und Volumina. Vor allem kann es leicht weltweit geteilt und aus der Ferne untersucht werden, ohne dass die tatsächliche Berührung oder der Transport des Exemplars erforderlich ist, wodurch das Risiko einer erheblichen Beschädigung vermieden wird.

Das Scannen von Typus-Exemplaren

Diese Technologie ist daher im Wesentlichen den wertvollsten Exemplaren vorbehalten, insbesondere solchen, die zur Benennung und Beschreibung neuer Arten verwendet wurden, den sogenannten Typus-Exemplaren. Im Rahmen des SwissCollNet-Projekts der entomologischen Sammlung der ETH Zürich konnten in Zusammenarbeit mit anderen Schweizer Institutionen mehr als 2400 Insekten Typus-Exemplare digitalisiert werden. Angesichts ihrer Vielfalt, von weniger als einem Millimeter bis zu mehreren Zentimetern, mit unterschiedlichen reflektierenden Eigenschaften (Texturen und Farben), die eine sorgfältige Anpassung der Scans erfordern, ist dies ein gewaltiges Unterfangen. Das Projekt ermöglichte auch die Entwicklung bewährter Verfahren für die 3D-Massendigitalisierung und die Nachbearbeitung von Modellen.

Neue Kooperationen

Die Digitalisierung der Exemplare geht weiter und führt zu neuen Kooperationen. Zu den neuesten Scans gehört ein ganz besonderes Exemplar – wohl die erste «synthetische Spezies», die 2012 mithilfe von Gentechnik von Eduardo Moreno an der Universität Bern geschaffen wurde. Die Drosophila synthetica ist der erste transgene Organismus, der nicht mit der ursprünglichen Wildpopulation (Drosophila melanogaster) hybridisieren kann, aber bei Kreuzung mit anderen ähnlichen transgenen Tieren fruchtbar bleibt. Ein 3D-Modell der synthetischen Fliege ist hier zu sehen. Das gescannte Exemplar wird in die Sammlung des postnaturhistorischer Museums aufgenommen, einem Museum, das derzeit in der Westschweiz im Aufbau ist und sich gezielt Organismen widmet, die absichtlich vom Menschen verändert wurden.

Obwohl sich die 3D-Technologie als Werkzeug noch in der Entwicklung befindet, markiert ihre Integration in die Digitalisierung naturhistorischer Sammlungen einen wichtigen Wendepunkt. Immer mehr Exemplare können nun von Wissenschaftlerinnen und Wissenschafltern auf der ganzen Welt untersucht werden, ohne jemals das sichere Umfeld ihrer Sammlungen verlassen zu müssen. Letztendlich hat SwissCollNet dazu beigetragen, dieses einzigartige wissenschaftliche Erbe besser zu schützen und zugänglich zu machen.


SwissCollNet
Das Schweizer Netzwerk Naturhistorische Sammlungen (SwissCollNet) setzt sich für eine bessere Erschliessung der naturhistorischen Sammlungen in der Schweiz ein. Unterstützt vom Bund schafft es zusammen mit Museen, Hochschulen und Botanischen Gärten die Grundlagen für die Digitalisierung und langfristige Verwaltung und Nutzung der Sammlungen.

  • Lichtkuppel der 3D-Bildgebungsstation mit positioniertem Insekt.
  • 3D-Bildgebungsstation für Insekten der entomologischen Sammlung der ETH Zürich
  • 3D-Bildgebungsstation für Insekten der entomologischen Sammlung der ETH Zürich.
  • Lichtkuppel der 3D-Bildgebungsstation mit positioniertem Insekt.Bild: Christian Felsner1/3
  • 3D-Bildgebungsstation für Insekten der entomologischen Sammlung der ETH ZürichBild: Christian Felsner2/3
  • 3D-Bildgebungsstation für Insekten der entomologischen Sammlung der ETH Zürich.Bild: Christian Felsner3/3
  • Lichtkuppel der 3D-Bildgebungsstation mit positioniertem Insekt.
  • 3D-Bildgebungsstation für Insekten der entomologischen Sammlung der ETH Zürich
  • 3D-Bildgebungsstation für Insekten der entomologischen Sammlung der ETH Zürich.
Lichtkuppel der 3D-Bildgebungsstation mit positioniertem Insekt.Bild: Christian Felsner1/3

Kategorien

  • Art
  • Digitalisierung
  • Genetik
  • Insekten
  • Sammlung
  • Tiere

Kontakte

  • Dr. Michael Greeff
    ETH Zürich
    Entomological Collection
    E 26.1
    Building WEV
    Weinbergstr. 56/58
    8092 Zürich


  • Postnaturhistorisches Museum