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Gesamtschau Biodiversität: Zustand ungenügend, aber einzelne positive Entwicklungen seit 2010

Der Zustand der Biodiversität in der Schweiz ist nach wie vor ungenügend. Der Rückgang hat sich seit der Jahrtausendwende aber verlangsamt und punktuell zeigen sich positive Entwicklungen. Dies schliessen das Forum Biodiversität der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz zusammen mit über 50 Fachpersonen aus der Analyse aktueller wissenschaftlicher Publikationen und Monitoringdaten. Die Ergebnisse sind im Bericht «Biodiversität in der Schweiz verstehen und gestalten» zusammengestellt.

Bericht Biodiversität 2026
Bericht Biodiversität 2026
Bericht Biodiversität 2026Image: SCNAT / tnt-graphics
Image: SCNAT / tnt-graphics

Der Druck der Menschen auf die Biodiversität ist anhaltend hoch: Ein hoher Konsum führt zu intensiver Landnutzung, Umweltverschmutzung, invasiven gebietsfremden Arten und Klimawandel. So hat die Landschaftszerschneidung zwischen 2014 und 2020 um 7% zugenommen und die Lichtverschmutzung hat sich zwischen 1994 und 2020 verdoppelt. Demgegenüber haben die menschenverursachten Stickstoffeinträge über die Luft seit 1990 zwar abgenommen. Es gelangt jedoch immer noch zu viel Stickstoff in zahlreiche Lebensräume. Wegen den zahlreichen negativen Einflüssen sind mehr als ein Drittel aller Arten in der Schweiz weiterhin gefährdet (35%) und Artengemeinschaften werden sich immer ähnlicher.

Einzelne Elemente der Biodiversität entwickeln sich wieder positiv

Nach den starken Verlusten im letzten Jahrhundert hat sich der Rückgang der Biodiversität in den letzten Jahren teilweise verlangsamt. Das Niveau bleibt jedoch tief. So ist in Gewässern, im Siedlungsraum und im Landwirtschaftsgebiet in den Tal- bis unteren Bergzonen der Zustand der Biodiversität nach wie vor «schlecht». Im Wald hat sich der Zustand auf «mittel» verbessert. Hingegen ist in den oberen Bergzonen des Landwirtschaftsgebiets der Zustand von «gut» auf «mittel» zurückgegangen. Nach wie vor als «gut» wird der Zustand der Biodiversität in alpinen Lagen oberhalb der Waldgrenze eingestuft.

Die Bestände gewisser Arten, insbesondere wärmeliebender, mobiler und bereits häufiger, entwickeln sich positiv. Zudem konnten mehrere grosse Tierarten wie Reh und Biber die Gebiete, aus denen sie verschwunden sind, wieder besiedeln.

Gezielte Fördermassnahmen wirken

Die Fördermassnahmen von Bund, Kantonen, Gemeinden und vielen weiteren Engagierten zeigen messbare Wirkung, meist lokal oder regional, teils sogar national. Damit sich der Zustand der Biodiversität insgesamt verbessern kann, müssen bestehende Gesetze konsequenter vollzogen, Programme ausgebaut und mit anderen Politikbereichen besser abgestimmt werden. Eine Trendwende ist also möglich, es bedarf aber eines stärkeren Einsatzes der gesamten Gesellschaft.

Im Dialog gemeinsame Lösungen erarbeiten

Forschungsresultate deuten darauf hin, dass das Thema Biodiversität stark politisiert ist. Wenn Menschen in der Schweiz den Zustand der Biodiversität beurteilen, hat dies kaum etwas mit dem Zustand an ihrem Wohnort zu tun, sondern zeigt eher einen Zusammenhang mit ihrer politischen Einstellung. Bei der Biodiversität geht es um zentrale Lebensgrundlagen wie sauberes Wasser, gesunde Böden, Schutz vor Naturgefahren sowie Gesundheit und Erholung. Die Gesellschaft ist deshalb darauf angewiesen, im Dialog gemeinsame, funktionierende Lösungen zu finden.

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